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"du und ich“, das sind Hiltraud und Franz, zwei Menschen wie sie unterschiedlicher kaum sein können: Sie ist körperlich beeinträchtigt, er nicht. Sie will Abwechslung, er ein ruhiges Leben. Was sie verbindet, ist die Liebe zueinander und die Fähigkeit, ihre Träume zu verwirklichen. In ihrem Debüt als Filmemacherin dokumentiert Ruth Rieser das außergewöhnliche Paar – das bei näherem Hinsehen so außergewöhnlich gar nicht ist.

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Hiltraud und Franz

Hiltraud Schmidt erkrankt vier Stunden nach ihrer Geburt an einer schweren Gelbsucht. Die Ärzte reagieren zu spät, die Zellen des motorischen Gehirns werden beschädigt. Die Eltern sind jung und mit der Situation überfordert. Also wächst das Mädchen bei seinen Großeltern auf, erfährt Liebe und wird so angenommen, wie es ist. Sonntags spielt Hiltraud mit ihren Cousins und ihrer Cousine. Kontakt zu anderen Kindern mit besonderen Bedürfnissen hat sie kaum.

Als ihre Großmutter ein Pflegefall wird, kommt Hiltraud mit 19 Jahren in ein Heim. Dort verschlimmern sich ihre Beschwerden: Die erhöhte Spannung in ihren Muskeln (Spastik) verstärkt sich, sie kann kaum noch sprechen. Deshalb bekommt sie immer mehr und stärkere Medikamente und wird davon müder und müder.

Mit 40 Jahren lernt sie Franz Bittermann kennen.

Franz wächst bei seinen Eltern und seinen beiden Brüdern auf einem Bauernhof auf. Nach der Schule macht er eine Ausbildung zum Werkzeugmacher. Während seines Zivildiensts arbeitet er als Betreuer in einem Behindertendorf, wo er Hiltraud kennenlernt. Bei einer Reise, für die er als Begleiter engagiert wird, verlieben sie sich.

Durch seine Zuwendung und Liebe bessern sich Hiltrauds Symptome, sie wird mobiler, die Spastik lässt nach, das Sprechen fällt wieder leichter. Sie muss kaum noch Medikamente einnehmen.

Hiltraud ist knapp 50 Jahre alt, als die beiden in ihr Haus ziehen, das sich Hiltraud seit jeher gewünscht hat. Bald darauf verwirklichen sie ihren nächsten Traum.